Ayurveda

Ernährung als Lifestyle

Wann wurde Ernährung eigentlich zum Lifestyle?

Ich habe gerade meine erste vegane Quiche gebacken. Nicht ayurvedisch, nicht histaminarm, sondern eben das was der Name sagt. Morgen steht nämlich ein Familientreffen auf dem Plan, was wohl langsam bei jedem Gastgeber zu Schweißausbrüchen führt – so auch bei meiner anderen Schwester. Das Zusammentreffen bedeutet nämlich nicht nur vegan und histaminarm zu kochen, sondern auch magenschonend, kindertauglich und mit viel Fleisch für hungrige Männermägen.

Ich spüre immer mehr wie wir uns alle durch unsere Ernährung ausdrücken. Es geht nicht mehr nur darum was Schmackhaftes auf den Teller zu zaubern, sondern auch seine Werte auszudrücken. Ein Fleisch essender Yogi? Undenkbar! In Zeiten von futurefriday nicht vegan sein? Eine Klimasünde. Gluten? Nee, diesen Hochleistungsweizen ist Mist.

Man kann das nun finden wie man will. Auch ich hab meine Vorgaben, was meine Ernährung angeht, wenn sie auch zum Großteil der Intoleranz geschuldet sind. Seit Jahren esse ich keinen Industriezucker, kein Weizen, nahezu keine Milchprodukte. Ich für mich finde es toll, dass sich mittlerweile so viele mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und nicht nur die Nummer des Pizzaservice wählen. Schließlich bedeutet das auch, dass wir achtsamer sind. Vermutlich tust auch du das, denn sonst würdest du diesen Beitrag nicht lesen.

Die Frage ist aber doch auch, ob wir einem Trend hinterherlaufen oder, ob wir uns so ernähren,  weil es uns wirklich gut tut. Hast du das schon einmal hinterfragt? Wenn ja, dann steckt in deinem Lifestyle so viel ayurveda wie du es wohl nicht gedacht hättest. Wenn du vegetarisch lebst, weil du ahimsa (Nichtverletzen von anderen Lebewesen) praktizierst, befürwortet ayurveda das ungemein. Denn ahimsa kommt aus der yogisches Philosophie, die mit dem ayurveda eng verknüpft ist. Hier geht es darum keinem Tier, keinem Menschen und auch nicht sich Selbst zu schaden. Deshalb wird auf Fleisch größtenteils verzichtet.

Auch wenn du Lebensmittel weglässt  weil sie dir nicht bekommen, ist das 100% ayurveda. Ich habe durch meine Intoleranzen mit härter Schule zu spüren gelernt, was mir guttut. Trotzdem versuche ich offener zu werden und Nahrungsmittel zu testen. Denn ein Lifestyle ist toll und kann Ausdruck deiner Persönlichkeit sein. Aber deine Essgewohnheiten sollen nicht zum Korsett werden. Schwierig wird es aus ayurvedischer Sicht nämlich dann, wenn du dir etwas aufbürdest, weil “man das jetzt so macht” . Damit verleugnet man nämlich die Individualität, die im ayurveda so wichtig ist. Der Mensch mit seinen speziellen Anforderungen steht immer im Fokus. Es geht darum die innere Intelligenz zu schulen und nicht nur irgendeinen Lifestyle zu leben.

An der Stelle möchte ich wieder mal ehrlich sein. Seit einem Jahr ernähre ich mich zu 99% vegetarisch. Das Ergebnis: ein so krasser Vitamin B12 Mangel, dass auch heftige Supplements nicht helfen. Ohne die Ampullen aus der Werbung schlafen mir alle Gliedmaßen ein und ich bin absolut energielos. Mein Körper schreit nach diesem wichtigen Baustein. Bislang verweigere ich ihm diesen noch, weil mein Wert ahimsa mir so wichtig ist. Über kurz oder lang wird aber wieder regelmäßig Fleisch auf meinen Teller kommen. Das wird dann aber gutes Biofleisch vom regionalen Bauernhof sein. Mein Lifestyle muss sich schließlich auch meinen körperlichen Anforderungen anpassen.

Auch ayurveda ist also lifestyle. Für mich ist ayurveda aber der Überbau für viele verschiedene Ernährungsformen und kann zuckerfrei, vegan, glutenfrei etc. beinhalten. Das worum es eigentlich geht ist: wie fühlst du dich in deinem Körper zuhause?

 

 

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