Ayurveda

Gewohnheiten verändern – ganz schön schwer, oder?

Ich glaube wir alle haben unliebsame Gewohnheiten: Das Stück (oder Tafel) Schokolade nach dem Essen, einen zu hohen Kaffeekonsum, viel zu viel “Am-Handy-Hängen” usw. Gerade, wenn man versucht ayurvedische Routinen und Tipps für sich zu integrieren, stolpert man unweigerlich über die eingetretenen Pfade namens Gewohnheiten. Erst, indem wir unsere alten Muster durchbrechen, können wir Raum für die neuen Rituale schaffen. Das schöne an der ayurvedischen Lebensweise ist zwar, dass man recht schnell merkt, dass es einem guttut, aber dennoch – der innere Schweinehund bleibt.

Ja, auch bei mir: Meinen Kaffeekonsum möchte ich wieder ablegen, ich esse ab und an Obst direkt nach der Hauptmahlzeit (obwohl ich weiß, dass mir das nicht bekommt) und ja, ich starre viel zu viel auf mein Handy.

Ich finde es dabei aber erst einmal ganz wertvoll sich auf die Routinen zu konzentrieren, die man schon positiv integriert hat. Vielleicht hast du es schon geschafft morgens etwas früher aufzustehen, um etwas Yoga zu praktizieren oder du frühstückst warm? Juhu! Das kann durchaus ein Meilenstein sein.

Wie geht es aber weiter? Wie schaffen wir uns neue Gewohnheiten? Schließlich machen uns unsere Routinen zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil auch aus.

Erst mal ist es wichtig zu verstehen wie wir ticken: Alles, was wir unbewusst tun, weil es so tief in unser System gerutscht ist, dass wir es quasi auf Autopilot tun können, fordert kaum Energie von uns. Wenn wir jeden Tag darüber nachdenken müssten, wie Zähne Putzen oder Auto Fahren funktioniert, wären wir heillos überfordert und im Dauerstress. Ich habe gelesen, dass unsere Gewohnheiten etwa 30-50% unserer Handlungen ausmachen, womit wir sie wohl nicht unterschätzen sollten.

Auch in den alten ayurvedischen Schriften wurde das schon erkannt: “Ein weiser Mensch sollte ungesunde Verhaltsweisen, von denen er abhängig ist, nach und nach aufgeben und entsprechend gesunde Verhaltensweisen annehmen”. Der Ablauf ist aber doch ziemlich sportlich:

  • Am ersten Tag wird die ungesunde Gewohnheit zu 1/4 durch eine gesunde ersetzt. Zum Beispiel isst du statt einer Tafel Schokolade nur noch eine 3/4 und noch einen Apfelschnitz.
  • Am zweiten und dritten Tag wird die ungesunde Gewohnheit zur Hälfte eliminiert – also 1/2 Tafel Schoki und 1/2 Apfel
  • Am vierten bis sechsten Tag ist das Verhältnis dann 1/4 zu 3/4 zugunsten der gesunden Gewohnheit, also dem Apfel
  • Am siebten Tag ist – so die Theorie – die schlechte Gewohnheit abgelegt

Ich glaube wir wissen alle, dass es so mir-nichts-dir-nichts nicht funktioniert. Was aber tatsächlich wesentlich ist, ist es die schlechte Gewohnheit durch eine gesunde zu überlagern. Was willst du wirklich ändern? Was wäre eine gesunde Alternative dazu?

Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast, dann schau mal, was die Handlungsauslöser für dich sind, die im Hirn triggern, die Gewohnheit JETZT umzusetzen? Ist es die Uhrzeit, eine Emotion oder eine bestimmte Gesellschaft? Dieser Auslöser spiegelt wieder wie du mit einer Situation umgehst – sie führen zu einer ganz bestimmten Handlung. Isst du vielleicht immer dann mehr als notwendig, wenn der Arbeitstag besonders stressig war und du jetzt einfach Erdung brauchst? Ja, wir wollen uns mit vielen unliebsamen Gewohnheiten belohnen. Diese Belohnung ist es gerade, die uns ein und dieselbe Handlungsweise immer und immer wieder tun lässt. Und genau das nennen wir Routine.

Je bewusster du dir Auslöser, Handlung, Belohnung und Routine machen, desto leichter wird es dir fallen, deine Gewohnheiten zu durchbrechen und neue zu erschaffen. Das gelint wie immer mit viel Achtsamkeit und Geduld. Es dauert zwischen 30 und 66 Tagen bis wir eine neue Gewohnheit antrainiert haben. Wir brauchen also einiges an Durchhaltevermögen. Wenn du dir also den Mehrwert deiner neuen, guten Gewohnheit immer wieder ins Gedächnis rufst, kann es leichter gelingen.

 

Und wie ist es mit den Gewohnheiten und den doshas?

  • Vatas brauchen generell viel Routinen, da sie Erdung und einen Rahmen schaffen, damit Vatas nicht davon flattern. Wer viel Vata in seiner Konstitution hat, der merkt schnell, dass die Energiereserven leerlaufen und greift dann schnell zu Zucker für den schnellen Energiekick. Als gesunde Alternative bieten sich hier Trockenfrüchte, eine warme Milch mit Gewürzen und Vollrohrzucker an.
  • Pittas tendieren zu scharfen und fettigen Speisen, was sie aber gerade ins Ungleichgewicht bringt. Um diese ungünstige Vorliebe zu überwinden, hilft Bitteres wie Löwenzahn, Schafgabe, grünes Blattgemüse.
  • Kaphas neigen sehr dazu Emotionen mit Essen zu kompensieren und das vor allem mit Süßem. Was hilft sind auch hier insbesondere Bitterstoffe, aber auch Bewegung!

 

Viel Freude mit deinen neuen, gesunden Gewohnheiten,

Namaste, Jelena

 

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