Yoga

Intuitiv Essen und Ayurveda

Intuitiv Essen ist im Trend und wie ich finde auch endlich mal eine Ernährungsform, die durchaus ihre Berechtigung hat – zumindest im Gegensatz zu Diäten wie Ananas oder Kohlsuppe.

 

Der Ansatz in Kürze ist folgender: Dein Körper sagt Dir, was er braucht. Du musst aber hinhören und dir die Erlaubnis geben zu essen, was dein Körper signalisiert. Das setzt natürlich erst einmal ein gutes Gespür für den eigenen Körper voraus.

1. Deshalb heißt es auch erst einmal: weg mit der Waage! Denn hier decken sich intuitiv Essen und Ayurveda. Denn auch der Ayurveda geht ja davon aus, dass unser Körper aufgrund seiner Grundkonstitution ein ganz eigens Wohlfühlgewicht hat. Das zu kontrollieren, bringt nichts außer Zwang!

2. Dann soll der Weg zum intuitiven Esser bedeuten, dass du deinen Hunger honorierst. Iss also, wenn du Hunger hast. Verbiete dir nicht zu essen, sondern iss einfach. Denn nur dadurch löst du die kreisenden Gedanken rund ums Essen auf, die eine Dauerdiät mit sich bringt. Das deckt sich natürlich mit dem Ayurveda. Denn im Ayurveda sollen wir dann essen, wenn die letzte Mahlzeit verdaut ist. Das Zeichen dafür ist natürlich Hunger.

3. In der nächsten Stufe heißt es, Frieden mit dem Essen schließen. Das ist jetzt schon deutlich schwerer. Die intuitiven Esser verstehen darunter, dass wir uns bewusst machen sollen, dass alle Lebensmittel jederzeit frei zugänglich sind. Wenn du dir die Schokolade verkneifst, wirst du immer nur an sie denken und dann doch die ganze Tafel essen. Das ist wie mit dem roa Elefanten… Wenn du dir aber bewusst bist, dass du jederzeit eine Rippe Schokolade essen darfst, dann wirst du das maßvoll tun. Auch der Ayurveda kennt kein Verbot. Alles, was wir aus dem Ayurveda lernen, sind reine Empfehlungen. Aber letztlich rät der Ayurveda auch 1/3 des Magens mit Nahrung, 1/3 mit Flüssigkeit und 1/3 nicht zu füllen. Außerdem sollen zwischen den Mahlzeiten ausreichend Essenspausen eingehalten werden. Das deckt sich nicht unbedingt mit dem Gedanken, dass Nahrung jederzeit verfügbar sein darf. Denn dadurch schwächstdu dein agni, dein Verdauungsfeuer.

4. Ganz wichtig und befreiend finde ich: Es gibt weder eine Ayurveda – noch eine Essenspolizei. Niemand haut dir auf die Finger wenn du mal Pizza, Bürger und Co. isst. Es geht um das rechte Maß – und zwar in beiden Ansätzen!

5. Was viele verlernt haben ist, die Sättigung zu spüren. Das empfiehlt auch das intuitive Essen. Im Ayurveda wird dafür nicht nur die Achtsamkeit beim Essen in den Fokus gestellt, sondern auch die oben schon beschriebene 1/3 Regel.

6. Und ganz wichtig: Genießen! Was schmeckt dir? Isst du manches, weil es als gesund propagiert wird? Weil es angeblich fit macht? Ich finde der Ayurveda bietet mit seinen Dosha Empfehlungen so eine enorme Bandbreite, dass jeder für sich das finden kann, was ihn zufrieden in den Sessel sinken lässt und er sagt: Das war lecker!

7. Und wie ist es mit dem emotionalen Essen? Wir essen aus vielen Motiven. Hunger ist nicht immer das erste. Aber wie löst man sich aus diesem Muster? Indem man es sich zumindest einmal bewusst macht und hinschaut. Ws ist das darunter liegende Motiv? Bin ich gestresst, gelangweilt, einsam? Der Ayurveda lehrt uns uns auch mit uns selbst zu beschäftigen. Durch Yoga, Meditation und Atemübungen können wir unsere Muster erkennen und die eingetretenen Pfade verlassen. Das braucht aber viel Training und ist wohl auch ein lebenslanger Prozess.

8. Respect! Wir respektieren unseren Körper viel zu wenig. Wir gehen schlecht mit ihm um. Wir quälen ihn aus dem Bett, bewegen ihn viel zu wenig oder schinden ihn bis zum Umfallen. Dazwischen gibt es schnell was vom Bäcker oder Schokoriegel zwischendurch. Und die Selbstliebe? Ich hab meinen Körper oft verflucht. Nach jedem Essen Symptome zu haben und nicht wie andere zu funktionieren, ist schmerzhaft. Aber ich denke um. Ich sehe das kleine Wunderwerk, das er ist. Oder ist es nicht beeindruckend, dass eine kleine Wunde nach ein paar Tagen nicht mehr zu sehen ist? Mir hat bei einem gesunden und liebevollen Verhältnis zu meinem Körper der Ayurveda sehr geholfen. Das begann beim Essen, ging über eine ausreichende Menge Schlaf zu sehr viel Öl auf meiner Haut.

Bei allen Überschneidungen, ein großer Unterschied bleibt. Denn bei intuitiv Essen geht es ja wie gesagt darum zu lernen auf die Bedürfnisse des Körpers zu reagieren. Der Kopf sendet Signale nach den Lebensmitteln, die er gerade braucht. Im Ayurveda gehen wir aber davon aus, dass nur derjenige die Signale richtig erhalten kann, der auch in Balance ist. Wenn eine Pitta Person zum Beispiel im Ungleichgewicht ist, wird sie eine Vorliebe für Scharfes entwickeln. Die Kaphas unter uns wollen dagegen die Süßigkeiten haben. Und die Vats unter uns eine Vorliebe für Rohkost entwickeln.

Das Fazit ist also : Wenn du im Gleichgewicht bist, sind die Ansätze ses intuiv Essens sehr im Einklang mit denen des Ayurveda. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann wirst du die Zeugen deines Körpers nicht richtig deuten. Lass uns wieso zunächst zusammen in Balance kommen!

 

Namaste, Jelena

 

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