Ayurveda

Kaffee detox – goodbye my lover

Jeden Morgen gab es bei mir jahrelang das selbe Szenario: Ich sitze mit meinem Kaffee am Tisch, werde langsam wacher und scrolle durch meine social media accounts. Ich esse dazu einen Apfel, weil ich weiß, dass Kaffee auf ganz leeren Magen eine noch blöder Idee ist, als ohnehin schon. Denn meine Gastritis mag keinen Kaffee – doof, ich nämlich schon.

Als Vorbereitung zu meiner Panchakarma Kur 2018 habe ich versucht mit ihm Schluss zu machen. Ich bin fremd gegangen mit Matcha und anderen Grüntee Optionen. Aber der Trennungsschmerz war zu groß. Ich hatte Schwindel und eine bleierne Müdigkeit. In meiner Kur war es dann das finale Lebewohl – cold turkey quasi. Und ich hab mir geschworen nicht wieder anzufangen.

Das Jahr 2020 hat ziemlich fordernd für mich begonnen. Ich habe stressbedingt schlecht geschlafen und mich durch den Tag geschleppt. Zack, was ist passiert? Ich sitze wieder mit meinem Kaffee am Frühstückstisch…

Und wie fühle ich mich damit? Mein Magen krampft, meine Dosis an Magensäureblockern ist verdoppelt, mein Darm rebelliert. Meine Energiekurve schwankt im Laufe des Tages. Also auf einen Neues.  Es erwartet mich wieder Trennungsschmerz, aber Selbstwirksamkeit ist mir wichtiger.

Im Ayurveda nimmt der Geschmack unserer Nahrung eine zentrale Rolle ein. Kaffee schmeckt vorwiegend bitter und diese Geschmacksrichtung setzt sich aus Raum und Luft zusammen. Genau diese Eigenschaften werden auch dem Vata dosha zugeordnet, weshalb Kaffee dieses unweigerlich erhöht. Vata steht für Bewegung, was für mich die Tatsache erklärt, dass ich nach einer Tasse hibbelig, kribbelig und fahrig werde. Bestimmt hast du auch schon bemerkt, dass durch den Kaffee in der Früh dein Drang den Darm zu entleeren, größer wird. Da Kaffee aber austrocknen wirkt, kann er bei hohem Konsum zu Trockenheit im Körper führen. Diese Trockenheit im Darm führt übrigens zu Verstopfung, sodass irgendwann der Kaffee doch nicht mehr als leichtes Abführmittel durchgeht.

Kaffee hat viel Säure, wirkt erhitzend und erhöht damit zusätzlich auch das Pitta im Körper. Bei Histaminintoleranz ist er deshalb auch schlecht verträglich.

Wer viel Kapha hat und eh mal eher einen kleinen Tritt in den Allerwertesten braucht, um aus dem Quark zu kommen, der kann Kaffee gut wegstecken. Für alle anderen ist er eher nur in Maßen zu vertragen.

Was kannst du also tun?

– Achte auf die Menge, mehr als 2 Tassen am Tag sollten es nicht sein.

– Achte auf die Tageszeit. Der Körper braucht 12 Stunden um das Koffein abzubauen. Wenn du also am Nachmittag noch Kaffee trinkst, wirst du schlecht schlafen.

– Verwende Kaffeegewürz. Es gibt dazu fertige Mischungen, die Zimt und Kardamom enthalten. Gerade der Kardamom hilft die Säure des Kaffees zu puffern.

– Genieß ihn! Hab ein Date mit deinem Getränk und nimm ihn ganz bewusst zu dir. So ein Kaffee mit Milchschaum in deiner Lieblingstasse kann schon mal eine kleine Auszeit sein.

Und wenn du ihn absetzen willst? Hier meine Strategie:

–  Ich reduziere langsam die Menge. Ich werde statt meiner ganzen Tasse am Morgen für die erste Woche eine halbe Trinken.

– Dann werde ich zu Matcha Tee übergehen. Den kann man auch wunderbar mit etwas Mandelmilch zelebrieren.

– Über den Vormittag werde ich heißes Ingwerwasser trinken. Ingwer wirkt auch anregend und pusht damit den Stoffwechsel.

…und ansonsten setze ich auf den Frühling. Denn im Ayurveda sagt man ja, dass je nach Jahreszeit verschiedene Lebensmittel besser oder schlechter sind. In der dunklen Jahreszeit ist etwas anregender Kaffee nicht ganz so schlimm. Und wenn dann im Frühling die Natur erwacht, geht es mir vielleicht auch ohne Kaffee so – dann heißt es wieder: goodbye my lover.

 

 

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