Intoleranzen

Meine Geschichte

Ich möchte diesem Blog ein ehrliches Gesicht geben und nicht nur nette Fotos auf Instagram a la foodporn posten.
Deshalb fange ich gaaaanz vorne an mit meiner Geschichte… Ohne Mitleid zu suchen, sondern weil ich mich mit dir austauschen möchte.

Also zurück zum Anfang:
Eigentlich hatte ich immer schon mal Probleme mit Magen und Darm. 2008 hab ich dann solche Magenschmerzen bekommen, dass ich seither Säureblocker futtere – laut aller Ärzte überhaupt kein Thema. Im Moment versuche ich dieses Teufelszeug auszuschleichen. Ayurveda sagt: when diet is wrong medicine is of no use. Der Grundpfeiler ist also die richtige Ernährung… Aber moment, ich wollte ja erst zu Ende erzählen.

Als ich endlich mit Studium und Referendariat fertig war, angefangen habe zu arbeiten und fleißig unser Haus renoviert hatte, merkte ich immer mehr wie meine Kraft schwindete. Ich hab mich von der stressigen Zeit und dem Druck des Studiums nicht mehr erholt. Etwa im Februar 2015 ging es mir dann richtig dreckig. Ich hatte das Gefühl einer chronischen Grippe. Mein Arzt hat mich wegen einer Grippe krank geschrieben – fertig. Ich hab aber gemerkt, da ist mehr. Irgendwie ging es mir immer nach Essen schlecht. Zu der Zeit war mein Lieblingsessens Avocado – Toastbrot mit Hähnchenbrust. Eine Histaminbombe schlechthin. Das weiß ich aber erst heute. Ich fing an zu googlen und hab mich zum ersten Mal mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten befasst und mich prompt wiedererkannt: Abgeschlagenheit, Zittern, Völlegefühl, Verstopfung, getrübtes Sehvermögen, flush, jucken… Hey that’s me!

Mit der neuen Erkenntnis ging ich zu meinem Arzt mir der Bitte mich auf Lebensmittelunverträglichkeiten zu testen. Er meinte das brächte nichts. Und wieder stand ich alleine da. Ich bin sicher, dass es auch mindestens 80% von euch so ging. Mir wurde von einer Kollegin ein Heilpraktiker empfohlen. Zack nächster Termin wurde also vereinbart und ich wurde getestet… Raus kam eine seeeeehr lange Liste mit unverträglichen Lebensmitteln. Man mag davon halten, was man will. Meine Mutter zum Beispiel hält bis heute von dieser Liste gar nichts und auch ich ziehe sie zwischenzeitlich in Zweifel. Tatsächlich hat sie mir damals aber geholfen. Ich habe Gluten, Milch, Eier und ziemlich vieles mehr gemieden. Meine Symptome kamen seltener und so hab ich eine ganze Zeit ganz gut gelebt. Der Nebeneffekt einer solchen Ernährung ist zum einen, dass sie ziemlich wenig Spass macht und zum anderen, dass ich krass an Gewicht verloren habe. Mein Untergewichgt in den Griff zu kriegen ist heute eine weitere Herausforderung, vor der ich stehe.

Nach 1 1/2 Jahren habe ich das Thema noch einmal angehen müssen. Mir ging es nämlich – zwar in kleinen Schritten – wieder merklich schlechter. Heute weiß ich, dass das auch mit Veränderungen in meinem Hormonhaushalt zu tun hatte. Also: Wieder zum Arzt. Diesmal war ich bei einer Ärztin, die sowohl Schulmedizin als auch alternative Heilkunde anbot. Sie hat mir vor allem zugehört; gesundheitlich hat es mich aber wenig weitergebracht.

Ich glaube einer meiner Tiefpunkte kam dann im April 2017. Wir waren ein paar Tage in einem netten Hotel auf Mallorca. Ihr kennt das – morgens Buffet Frühstcük (klar ohne Brot, weil Hefe…), mittags Tapas (Oliven ihr fehlt mir)…abends das warmgehaltene Hotelessen. Ein Anfall kam nach dem anderen. Schon im Urlaub habe ich angefangen wieder das Internet abzugrasen. Was stimmte da nur nicht mit mir? Es muss doch einfach einen Auslöser geben. Und zack da war die Vermutung: HISTAMIN. Die meisten Leute haben davon noch nie gehört und auch ich nicht, bis ich in meinem Hotelzimmer auf Mallorca zum ersten Mal darüber gestolpert bin.

Zuhause habe ich dann wieder einen Arzttermin vereinbart und mein Hausarzt hat den DAMOX Wert genommen. Das Ergebnis (ein Wert von 2,9) hat mich in Bamberg erreicht, wo wir die Großeltern meines Mannes besucht hatten. Ich seh mich noch heute durch Bamberg laufen und die Arme hochreißen: Endlich hatte das Kind einen Namen und die diffuse Krankheit ein Bild.

Tja, die Freude währte aber auch nicht ewig. Trotz DAOSIN und dem Weglassen der trigger, habe ich die Krankheit nicht in den Griff bekommen.
Ich bin dann weiter zum Gastroenterologen, der mich noch auf Laktose- und Fruktose getestet hat.

An einem weiteren Tiefpunkt dann die Entscheidung mich im Krankenhaus auf Mastyzotose testen zu lassen. Eine Bekannte leidet hieran und in einigen Punkten, gab es so viele Überschneidungen, dass ich nach Bonn in die Klinik bin. Ein Untersuchungsmarathon begann. Die Einzelheiten will ich euch ersparen; in jedem Fall war es eine furchtbare Zeit und der outcome “nur”, war die Bestätigung der Histamin- und Laktoseintoleranz und eine Kolitis im Dünndarm (mit der meine Ärzte aber nichts anfangen können).

Ein Jahr ist das nun her. Insgesamt liegen Jahre des Suchens hinter mir, in denen das Vertrauen in meinen Körper, meine Ärzte und das Gesundwerden immer wieder in Zweifel gezogen wurden.

Das Vertrauen wieder zu finden und endlich Selbstfürsorge zu praktizieren, versuche ich nun mittels ayurveda. Welche kleinen Fortschritte ich mache, will ich gerne mit dir teilen.

Vielleicht erinnerst du dich wenn du dies liest an deine Geschichte. Ich glaube im Kern haben wir alles dasselbe durchgemacht und die Suche eint uns. Falls du deine Geschichte auch mitteilen willst, schreib sie gerne in die Kommentarzeile; sie macht sicherlich anderen Mut.

Namaste, Jelena

2 Kommentare

  • Sarah

    Hey Jelena, danke für deinen Blog. Ich habe die gleiche Geschichte hinter mir! Damals hat auch erst ein ayurvedischer Arzt erkannt, dass es sich um eine Histaminintoleranz handeln muss. Dennoch ist es einfach eine schlimme Krankheit, die einen jeden Tag herausfordert und welche ständig Präsent ist. Hast du sie durch die Panchakarma Kur geheilt? Oder ist es nur besser geworden?

    Oh je, ich weiß genau, wie es dir geht!

    • Jelena Treutlein

      Liebe Sarah, ich hab deine Nachricht erst jetzt gesehen.. Entschuldigung… Wie spannend, dass es dir auch so geht!
      Mir geht’s um längen besser. Ich denke geheilt ist ein großes Wort, aber ich bin stabil und weiß wie ich im mich sorgen kann.
      Das will ich auch weitergeben. Deshalb werd ich nächstes Jahr auch ayurveda Beratungen anbieten. Das erfährst du jetzt ganz exklusiv 🙂
      Wie geht es dir?
      Ich würd mich freuen, wenn du anderen von meinem Blog erzählst. Danke dir und alles Liebe, Jelena

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