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Yoga und die Doshas

Heute will ich dir von meiner anderen großen Liebe berichten, die aber untrennbar mit dem Ayurveda zusammenhängt:

YOGA:

Meine eigene Yogareise begann noch während meines Studiums. Tatsächlich habe ich im Unisport ein Semester (ich meine es war 2008) lang eine Yogaklasse besucht. Ich weiß dabei nicht mehr, welche Art von Yoga das war. Aber ich erinnere mich an meinen ersten “herabschauenden Hund”. Meine Beine und Arme haben gezittert und was ich da sonst eigentlich tat, war mir nicht wirklich klar. Vielleicht war der Lehrer, der übrigens auch Klischee-mäßig aussah, kein besonders guter oder ich einfach nicht bereit für den Yoga. Jedenfalls war es erst einmal ein kurzes Intermezzo.

Im Jahr 2013 bin ich dann durch eine dunkle Zeit gegangen und ich sage heute (endschuldige den Ausdruck): “Yoga hat mir den A*** gerettet”

Alles war irgendwie aus den Fugen geraten und ich mit mir und meinem Körper sehr unzufrieden. Ich wollte da aber raus und suchte erst einmal eine Ablenkung. So schlecht kann der Leherer von damals nicht gewesen sein, denn irgendwie meldete mir mein System leise es doch noch mal mit dem Yoga zu versuchen. Und das habe ich auch gemacht! Ich habe mir eine ziemliche miese und nach Plastik riechende Yogamatte zugelegt und begann täglich die Matte im Schlafzimmer auszurollen und vor youtube Videos zu “turnen”. Ja, es war Turnen mit ziemlichem Leistungsanspruch und damit so weit von Yoga entfernt wie es eigentlich nur sein kann. Aber es hat etwas in mir verändert. Ich habe mich quasi ganz sachte auf eine Reise gemacht die dann immer mehr Fahrt aufnahm. Ich habe einiges an Stilen ausprobiert (Hatha, Vinyasa, Yin) und bin dann irgendwann bei Kino McGregor und eben Asthanga Yoga hängen geblieben. Kein Wunder bei all dem Pitta in mir. Denn Asthanga hat durchaus eine sportliche und fordernde Seite, die ich hier sehr gut ausleben konnte. Mein Vorbild Kino hat mich inspiriert nicht eben klein anzufangen, sondern ich wollte am liebsten direkt den einarmigen Handstand stehen. Ich war verbissen und gleichzeitig fühlte ich mich nach der Praxis ruhig, geerdet und pudelwohl.

 

Ich erinnere mich wie ich dann zum ersten Mal eine Einzelstunde zu meiner wunderbaren Lehrerin Barbara kam. Es war Januar oder Februar 2014 und sie sagte sie sehe sehr viel Tanz und Leichtigkeit. Diese Stunde hat mich endgültig dem Yoga verfallen lassen.

Was bedeutet mir Yoga?

Yoga ist mein Rückzug, meine Kraftquelle. Meine Praxis ist mir heilig und ich übe täglich und sei auch nur ein Sonnengruß. Denn die Matte zeigt mir, wer ich bin – manchmal unerbitterlich, aber immer ehrlich.

Sie zeigt mir auch, wie ich mich über die Jahre verändert habe. Als ich noch voller Verbissenheit geübt habe und mich trotz Untergewicht durch 1,5 erste Serie gequält habe, habe ich sie aber auch missbraucht. Ich habe sie benutzt, um zu zeigen, dass ich gesund bin. Dass ich zwar dünn, aber eben dennoch fit bin. Und wie passt das jetzt zu meiner Behauptung die Matte sei ehrlich? Ganz einfach: Wenn du asanas in Bauchlage nicht übst, weil die Hüftknochen so sehr in die Erde drücken, solltest du schon hellhörig werden. Wenn du nicht mit einem runden Rücken über die Matte rollen kannst, weil dir die Wirbel sonst zu sehr schmerzen, ist das durchaus nicht normal. Aber hinsehen müssen wir schon selbst.

Meine Praxis hat sich durch meine Lehrer von den doshas sehr verändert. Seit ich mein Vata und mein Pitta im Zaum halte, übe ich sehr viel ruhiger, liebevoller und achtsamer. Ich achte auf meine Energie und versuche auf allen Ebenen auf mich aufzupassen, mein Vata auch mal nur durch eine Meditation zu beruhigen und mein Pitta durch keinen übertriebenen Zwang zu schüren.

 

Und welches dosha braucht nun was?

Vata

Vata besteht wie du weißt aus den Elementen Luft und Raum und bringt damit schon sehr viel Bewegung in die Yogaklasse. Vatas zeichnen sich auch durch einen sehr flexiblen Körper aus, sodass man darauf achten muss, dass sie in manchen Asanas nicht kollabieren. Deshalb sind erdende und wärmende Asanas angeraten, also zum Beispiel alle Forwärtsbeugen und alle Haltungen, die den Fokus auf dein Fundament legen. Auch die Stellung des Kindes oder die Taube wirkt sehr erdend und bringt die notwendige Ruhe. Wenn du spürst, dass heute viel Vata in dir steckt, achte vor allem auf die Einatem-Phase, die ruhig etwas länger als sonst ausfallen kann. Bevor du mit deiner Praxis beginnst, gönn dir einige Minuten in der Stille um wirklich bei dir und im Hier und Jetzt anzukommen.

Am besten geeignet ist Yin Yoga. Dabei solltest du aber darauf achten nicht auszukühlen. Halte also immer eine Decke und warme Kleidung bereit.

 

Pitta

Pitte zeichnet sich durch das Feuerelement und etwas Wasser aus. Daher sind Pittas oft sehr leistungsorientiert und suchen gerne den Wettkampf. Der Hang zur Perfektion wird in vielen Sportarten noch geschürt – Yoga kennt kein wetteifern, sondern die Matte bewertet nicht. Wer das einmal erkannt hat, der wird aus allen Yogastilen viel Nutzen ziehen können. Wichtig ist aber dennoch, dass ein Pitta in seiner Praxis gefordert wird, damit in shavasana, der Endentspannung, wirklich auch das Loslassen gelingen kann. Pittas profitieren insbesondere von Rückbeugen und Dehnungen, denn dieses treiben die Hitze aus dem Körper. Deshalb kannst du vermehrt den Bogen, das Kamel oder das Rad in deine Praxis integrieren.

Wunderbar kühlend wirkt übrigens die sog. Sithali Atmung, bei der die Zunge rechts und links eingerollt und dann die Luft eingesogen wird.

Lerne, dass weniger mehr ist! Auch hier können wir unsere Yogapraxis auf unser Leben übertragen.

Kapha

Kaphas brauchen Feuer! Sie sind eher lethargisch und suchen sich prinzipiell eher ruhige Yogaklassen. Allerdings brauchen sie gerade die Bewegung, um den Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Bereits durch den Ujjayi Atem kann das gelingen.Wohltuend sind Herzöffner, die Brust und Magenbereich öffnen. Denn der Sitz von Kapha ist im oberen Magen, sodass dadurch genau der Sitz von Kapha stimuliert wird. Twists sorgen dafür, dass ama ausgeschieden wird.

Sehr gut geeigent sind dadurch Stile wie Vinyasa flow oder ashtanga yoga, die beide sehr anregend und herausfordernd sind. Und dann heißt es: Durchhalten – es lohnt sich. Denn dein shavasana wird um so intensiver werden, je länger du durchhälst.

 

In diesem Sinne: Namaste

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